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Reither und Traunsteiner

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Willkommen in unserer Familienchronik, die die Geschichten der Familien Reither aus dem Waldviertel und Traunsteiner aus Osttirol verbindet. Bauern und Dachdecker auf der einen Seite, Lehrer und Uhrmacher auf der anderen – zwei Welten, die durch meinen Urgroßvater zusammenfanden, der wegen einer freien Lehrerstelle ins Waldviertel kam. Auch Wiener Wurzeln fließen ein und machen unsere Familie vielfältig und lebendig.
Ich, Susanne Reither, erstelle diese Chronik gemeinsam mit meiner Mutter Hannelore. Wir sammeln, scannen und bewahren Erinnerungen. Jede und jeder ist herzlich eingeladen, Fotos, Unterlagen oder Geschichten beizutragen.
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Reither und Traunsteiner

Noch nix da
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Noch nix da
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Noch nix da
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Noch nix da
weiter
Willkommen in unserer Geschichte — einer Geschichte, die nicht in einem Buch beginnt, sondern in Häusern, auf Höfen, an Arbeitstischen und in jenen Momenten, in denen jemand innehielt, um etwas zu bewahren: ein Foto, ein Wort, ein Lächeln, ein Stück Alltag. Diese Familienchronik ist eine wachsende Sammlung solcher Augenblicke, ein liebevoll gewebtes Erinnerungsband der Familie Reither und der Familie Traunsteiner, das uns verbindet, erdet und daran erinnert, woher wir kommen.
Sie ist keine nüchterne Aneinanderreihung von Daten. Sie ist ein lebender Garten aus Geschichten, Stimmen und Wegen — zwei Familien, die sich über Landschaften, Zeiten und Lebenswelten hinweg ineinander verschlungen haben. Und so beginnt unser gemeinsames Kapitel dort, wo zwei geografisch wie charakterlich unterschiedliche Ursprünge aufeinandertreffen: im Waldviertel und in Osttirol.
Die Familie Reither ist tief im Waldviertel verwurzelt, in diesem herben, stillen Landstrich, den Wälder, Felder und granitene Geduld prägen. Reithers haben gelernt, mit den Jahreszeiten zu leben, mit ihnen zu arbeiten, sie auszuhalten und zu nutzen. Unter ihnen finden sich Bauern und Dachdecker, Menschen, die mit der Erde, dem Holz, dem Stein und den Dächern vertraut waren — Berufe, die die Landschaft widerspiegeln, aus der sie kommen: bodenständig, wetterfest, verlässlich.
Viele andere Berufe aus älteren Generationen sind verloren gegangen oder nur bruchstückhaft überliefert; doch vielleicht ist gerade dieses Unvollständige ein Teil des Charmes unserer Chronik. Es lädt ein zum Forschen, zum Weiterfragen, zum Ergänzen. Denn auch das Unsichtbare, das Unbekannte gehört zur Familiengeschichte: Es macht Platz für Neugier und für alle, die noch etwas beitragen möchten.
Die Familie Traunsteiner hingegen trägt das Licht und die Höhen Osttirols in sich. In den Dörfern rund um die Berge, wo die Wege steil und die Luft klar ist, entwickelte sich über Generationen hinweg eine Tradition des Wissens und der feinen Hände. Die Traunsteiners waren — und sind — ein Geschlecht von Lehrern, Pädagoginnen und Pädagogen, Menschen, die Wissen weiterreichen wie ein Gut, das man nicht für sich behält.
Unter ihnen finden sich auch die Uhrmacher, jene geduldigen Meister, die mit Lupen, kleinen Schraubenziehern und winzigen Zahnrädern Welten im Kleinformat erschaffen haben. Ihre Werkstätten in Osttirol waren Orte konzentrierter Stille, Orte, an denen Zeit nicht vergeht, sondern entsteht — ein Beruf, der Präzision, Hingabe und Demut verlangt. Vielleicht ist es kein Zufall, dass gerade aus derselben Familie so viele Lehrer hervorgingen: Beide Tätigkeiten verlangen Genauigkeit, Geduld und ein besonderes Verhältnis zur Zeit.
Aus diesem osttiroler Familienzweig stammt auch mein Urgroßvater — ein Mann, dessen Lebensweg unsere beiden Familienlinien miteinander verbinden sollte. Doch es war nicht die Liebe, die ihn ins Waldviertel führte, wie man in romantischen Erzählungen vielleicht erwarten würde. Es war eine freie Lehrerstelle, die ihn rief, eine berufliche Chance, ein neuer Anfang. Die Entscheidung, dem Ruf zu folgen, führte ihn fort von den Bergen seiner Heimat und hinein in eine neue Landschaft, einen neuen Arbeitsalltag und schließlich auch in eine neue Familie.
Im Waldviertel begegnete er meiner Urgroßmutter — einer Reither — und damit begann eine Verbindung, die heute für uns selbstverständlich erscheint, aber damals wohl ein mutiger Schritt ins Unbekannte war. Was als berufliche Entscheidung begann, wurde zu einer Verwurzelung, aus der unsere heutige Familie entstand: eine Verbindung von Osttirol und Waldviertel, von Bergen und Wäldern, von Tradition der Lehrem und Tradition der Arbeit mit Erde und Handwerk.
Eine weitere Linie unserer Geschichte führt nach Wien, denn die Eltern meiner Großmutter stammten aus der Hauptstadt. Ihr Wiener Hintergrund verleiht unserer Chronik einen zusätzlichen Klang — eine Spur Stadtluft, Kultur, Kaffeehausmelancholie, Musik und jene unverwechselbare Mischung aus Humor und Ernst, die man nur in Wien findet. In dieser Verbindung von ländlichen und urbanen Wurzeln zeigt sich die Vielfalt unserer Familie: Wir stammen aus Tälern, Wäldern und vom Land — aber wir tragen auch das urbane Selbstverständnis einer alten Metropole in uns.
Aus all diesen Ursprüngen entstand ein buntes, facettenreiches Geflecht von Menschen, Berufen und Lebensentwürfen. Lehrerinnen und Lehrer, Bauern, Dachdecker, Künstler, Uhrmacher — und viele, deren Berufe längst vergessen sind, deren Leben jedoch in uns weiterwirken. Jede Generation fügt etwas hinzu, verändert den Klang, erweitert die Geschichte.
Diese Chronik möchte diesen Klang hörbar machen. Sie möchte zeigen, wie unsere Familien sich aus verschiedenen Richtungen annäherten, wie Wege sich kreuzten und vereinten, wie Entscheidungen, Mut und Zufälle unser Heute geprägt haben. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; im Gegenteil, sie lädt dazu ein, vervollständigt zu werden.
Ich bin Susanne Reither, und gemeinsam mit meiner Mutter Hannelore Reither arbeite ich an dieser Chronik. Wir scannen alte Fotos, lesen in vergilbten Dokumenten, ordnen Namen, Geburtsdaten, Erzählungen und Fundstücke. Wir forschen in Archiven, hören Familiengeschichten zu, die manchmal nur aus einem Halbsatz bestehen, und versuchen, sie einzuordnen, zu würdigen, weiterzugeben.
Es ist ein Arbeiten zwischen den Zeiten — zwischen dem Heute, in dem Computer surren und Scanner leuchten, und dem Damals, das sich in schwarz-weiß gehaltenen Porträts, in feinen Handschriften und in den Spuren der Lebenswege zeigt. Oft erkennt man beim Sortieren ein vertrautes Lächeln, eine Geste, eine Haltung wieder — und spürt, dass die Vergangenheit nicht weit weg ist, sondern in uns weiterlebt.
Diese Chronik ist ein Familienprojekt. Und wie jede gute Geschichte wächst sie nur, wenn viele Stimmen daran mitwirken. Darum laden wir euch, unsere Familie, herzlich ein:
Schickt uns eure Fotos, eure Unterlagen, eure Geschichten — große wie kleine.
Vielleicht habt ihr ein altes Tagebuch, eine Erzählung eurer Eltern, ein Fotoalbum auf dem Dachboden, ein Schriftstück, das ihr nie ganz verstanden habt, oder einfach eine Erinnerung, die zu schön ist, um sie nicht aufzuschreiben.
Alles, was ihr beitragt, wird Teil unseres gemeinsamen Hauses aus Worten und Bildern.
Denn am Ende erzählt diese Chronik nicht nur von den Menschen, die vor uns kamen, sondern auch von uns selbst. Sie erklärt uns, warum manche Dinge in uns sind, ohne dass wir genau wissen warum. Sie zeigt, dass unser Heute immer aus vielen Gestern gewachsen ist. Und vielleicht, wenn wir aufmerksam lesen und hören, verrät sie uns auch etwas über unser Morgen.
Willkommen in unserer gemeinsamen Geschichte.
Willkommen in unserer Chronik.
Willkommen zuhause.
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